Aufbruch

12. März 1920 – Rational betrachtet eine gute Entscheidung mit Zukunft
Während in Berlin das Großstadtleben pulsiert, versammeln sich Vertreter des Allgemeinen Verbands deutscher Erwerbs- und Wirtschaftsgenossenschaften und des Hauptverbands deutscher gewerblicher Genossenschaften, um das Gründungsprotokoll des „Deutschen Genossenschafts- und Handwerks-Verlages eG.m.b.H.“ zu verlesen. Damit war der Grundstein für eine einmalige Erfolgsgeschichte gelegt, denn „Rationalisierung und Konzentration“ sind die Stichwörter der Stunde.

 

3. Mai 1920 – Blitzstart in der Eichhornstraße
Mit der Eintragung ins Genossenschaftsregister nimmt der Verlag seine Tätigkeit auf. Und es gibt viel zu tun! Das Aufkommen der ersten Buchungsmaschinen zieht eine Mechanisierung der Buchhaltung nach sich. Das Formular-Angebot wird vereinheitlicht und ausgeweitet. Und ganz vorne mit dabei ist man beim Thema „einheitliche Geschäftsreklame“, für viele Genossenschaftsbanken in der damaligen Zeit ein Novum. Daher müssen auch bereits Anfang der 30er Jahre die neuen Geschäftsräume am Schöneberger Ufer bezogen werden.

1921 – Eindrucksvoll effizient
Mit der Ausstellung „Betriebstechnik“ auf dem ersten großen Deutschen Genossenschaftstag in Wiesbaden, präsentiert der DG VERLAG den Genossenschaften die Zukunft der Betriebsführung. „Effizienz durch Vereinheitlichung“ ist das Gebot der Stunde, und der DG VERLAG ist durch seine Verbindung mit sämtlichen Genossenschaften prädestiniert, hierbei als Organisationszentrale zu fungieren.

 

1925 – Zahlungsverkehr per Postkarte
Der Verlag profitiert von den Weiterentwicklungen im Zahlungsverkehr und stellt sich schnell auf die neuen Entwicklungen ein. 1925 wird der Postkartenscheck geboren. Wie der Name schon sagt, wird dieser Scheck auf eine Postkarte gedruckt und kann nur bei der Bank des genau bezeichneten Zahlungsempfängers eingelöst werden. Ein höchst individuelles Geschäft also, bei dem der „Deutsche Genossenschafts-Verlag e.G.m.b.H., Berlin", wie er sich mittlerweile nennt, federführend beteiligt ist.

1935 – Fremdbestimmt
Auch der DG VERLAG bekommt die „neue Führung“ zu spüren. Praktisch über Nacht verlangt das nationalsozialistische Regime durch das „Reichsgesetz über das Kreditwesen“, die Bankformulare neu zu überarbeiten. Ein Großteil der Vordrucke wird wertlos. Natürlich eine Marginalie im Vergleich zum Schrecken den andere in dieser Zeit ertragen mussten, aber für den Verlag eine Belastungsprobe.

Ca. 1940 – Aus Kreditgenossenschaften werden Volksbanken
Der Begriff „Volksbank“ wird im Zuge der Demokratiebewegung in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts geboren. Ab 1934 entsteht die Sicherungseinrichtung der Volksbanken und verspricht ihren Kunden die gleiche Sicherheit bei Geldanlagen wie die Sparkassen. Um diese Sicherheit auch geschlossen nach außen zu kommunizieren entscheidet sich der Deutsche Genossenschaftsverband (DGV) zur Einführung eines einheitlichen Logos. Das markante Volksbankzeichen wird schließlich 1941 vom DG VERLAG entwickelt, zur Auswahl stehen damals knapp 300 Entwürfe. 

1946 – Wiederaufbau in Wolfenbüttel
Nachdem das Verlagsgebäude 1943 aufgrund der Luftangriffe geräumt wurde, bezieht der Verlag eine Ausweich-Zweigstelle in der pommerschen Kleinstadt Deutsch Krone. Nach Ende des Krieges ist diese vollkommen zerstört und so heißt es wieder einmal umziehen. Die Volksbank Wolfenbüttel gewährt dem Verlag Unterkunft in ihren Räumen. Eine Übergangslösung, aber auch ein erneuter Beweis des genossenschaftlichen Zusammenhalts. 1949 ist man dann bereit, den nächsten großen Schritt zu gehen. Berlin muss erst wieder aufgebaut werden und so zieht es den DG VERLAG an einen Ort, der bis heute seine Heimat geblieben ist.

1949 – Hallo Wiesbaden
Zum Ende des Jahrzehnts steht wieder ein großer Wandel bevor: Mit dem Umzug von Berlin nach Wiesbaden nimmt der Verlag, ebenso wie viele weitere namhafte Verlagshäuser, seinen Sitz in der hessischen Landeshauptstadt an. Das erste Büro auf den „Rheinterrassen“ in Wiesbaden-Biebrich bietet Raum für 20 Mitarbeiter.

Bestellungen

1933 gab es durchschnittlich
63 Bestellungen/Tag

Mitgliederwachstum

1927 waren es 81 Mitglieder,
1948 bereits 392

Umsatzwachstum

1924: 170.345,93 Reichsmark
1944: 900.000,00 Reichsmark