Quo vadis, Deutsche Fachpresse?

Gemeinsam für die Sache der Fachmedien


Als Mitgliedsverlage des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels und des Verbands Deutscher Zeitschriftenverleger 1992 zusammenkamen, um die Deutsche Fachpresse zu gründen, hatten sie ein klares Ziel: Gemeinsam für die Sache der Fachmedien auftreten und diese in Öffentlichkeit, Politik und Wirtschaft bekannter machen. Diesen Auftrag verfolgt die Fachpresse in Ergänzung der Arbeit ihrer Trägerverbände bis heute. Es liegt auf der Hand, dass in der gegenwärtigen Wissensgesellschaft sowohl Wirtschaft wie auch Wissenschaft ohne qualitativ hochwertige Fachinformationen kaum erfolgreich agieren könnten. Sie sind es, die Informationenauf den Punkt genau liefern, Qualität garantieren, Know-how strukturieren und damit Austausch und Wertschöpfung in den Märkten intensivieren. Doch Fachmedien dienen nicht nur der Wissensvermittlung. Sie sind auch Wissensmanager, digitale Dienstleister, öffnen Märkte und setzen Themen in ihren Communities. Neben Information und Wissensvermittlung ist die kommunikative Vernetzung der Branchen eines der tragenden und herausragenden Elemente von Fachmedien.

Vom reinen Verlagshaus zum vollumfänglichen Medienunternehmen

 

Standen Fachverlage historisch vor allem für Bücher und Zeitschriften, so hat sich das Angebotsportfolio bis heute erheblich erweitert. Fachverlage haben die digitale Transformation genutzt, um ihre Produkte und Services deutlich auszubauen.

Im Mittelpunkt steht die unbedingte Kundenorientierung. Was braucht der Leser und Nutzer, um seine Arbeit zum richtigen Zeitpunkt optimal erledigen zu können? Neben die Printmedien traten digitale Medienangebote wie Datenbanken, Webseiten und Apps, bis hin zu den heutigen Workflow- Lösungen, die Software und Inhalte kombinieren und den Nutzern in ihren Arbeitsprozessen das notwendige Know-how bedarfsgerecht zugänglich machen.

Mit großem Erfolg wurden auch Veranstaltungen und Messen ausgebaut, mit denen insbesondere die Marktplatz- und Netzwerkfunktion einen neuen Entwicklungsschub erlebten. Der Markt für Fachinformation und -kommunikation ist groß. Im Auftrag der Deutschen Fachpresse hat die Schickler Unternehmensberatung 2016 den Gesamtmarkt erfasst und kam auf ein Marktvolumen von über 28 Milliarden Euro in Deutschland. Ein Markt mit erheblichem Entwicklungspotenzial.

Fachmedien genießen als Partner von Wirtschaft und Wissenschaft großes Vertrauen. Die Leseranalyse Entscheidungsträger in Wirtschaft und Verwaltung (LAE) ermittelt jährlich die wichtigste Mediengruppe für den Beruf. „Branchenspezifische Fachzeitschriften“ sichern sich seit vielen Jahren mit deutlichem Abstand den Spitzenplatz. Auch die Fachpresse-Entscheiderstudien zeigen: Fachmedien sind die Top-Influencer für 7,4 Millionen professionelle Entscheider in Deutschland. Gedruckte und digitale Fachmedien erreichten sogar zusammen 96% der B2B-Kernzielgruppe.
Um dieses Tempo in den vergangenen Jahren gehen zu können, haben sich die Fachverlage auch intern deutlich verändert. Agile Produktentwicklung und Innovationsmanagement sind heute gängige Entwicklungsmethoden. Mit Software-Tools werden Inhalte und Nutzer gesteuert und optimal bedient. Und Fachverlage sind angesichts der neuen Aufgabe auch vielfältige und attraktive Arbeitgeber. Ob Software-Entwickler, Data Scientist oder Customer Experience Manager, Fachmedienanbieter brauchen viele neue Talente und können diesen ein hochattraktives Umfeld bieten. Hohe Expertise, Orientierung am Kunden und ständige Weiterentwicklung gehören zur DNA der Fachverlage – damit sind sie auch für die Zukunft genauso wie für Krisenzeiten bestens gerüstet.

„Fachverlage sind angesichts der neuen Aufgabe auch vielfältige und attraktive Arbeitgeber.“

Bernd Adam
Geschäftsführer Verein Deutsche Fachpresse