Gemeinsam sind wir Genossenschaft

Welche Rolle spielt der DG VERLAG innerhalb des genossenschaftlichen Verbundes?


Kolak: Eine dezentrale Bankengruppe wie die Genossenschaftliche FinanzGruppe mit ihren über 841 Banken in allen Regionen unseres Landes ist auf Spezialisten angewiesen. Denn klar ist: Nicht jede Bank kann alles selbst machen. Der DG VERLAG ist der zentrale Dienstleister für vielfältige Services und Leistungen unserer Gruppe. Der DG VERLAG ist für uns, wenn man so will, systemrelevant. Man muss sich das nur mal vor Augen führen: Allein mit den Bankkarten befindet sich mindestens ein Produkt des DG VERLAGES in der Tasche eines jeden unserer 30 Millionen Kunden, dazu kommen immer mehr digitale Karten auf den Smartphones. Ohne Produkte und Leistungen wie Bankformulare, Kundeninformationen oder die Ausstattung von Filialen und mit Werbemitteln wäre eine Bank nicht arbeitsfähig. Dazu kommen digitale Services, wie das „WegFrei Portal“, One-and-done-Prozesse im Formularwesen oder das Kundenbindungsprogramm „MeinPlus“. Kurz: Die Rolle des DG VERLAGES ist vielleicht nicht immer sichtbar, aber für alle stets wahrnehmbar.

Erlebach: Der DG VERLAG ist sehr heterogen aufgestellt, das ist Herausforderung und Chance zugleich. Wir haben – und hatten schon immer – Spezialisten für ganz verschiedene Bereiche, das gehört zu den großen Stärken unseres Hauses. In unserer Geschichte haben wir uns ständig gewandelt, um uns den immer wieder neuen Kundenbedürfnissen und technischen Anforderungen anzupassen: Am Anfang ging es vor allem um Formulare, heute reicht unser Angebot von Zahlungsverkehrskarten über die Filialausstattung bis zu Handelsund Logistikleistungen. Kurz: Wir unterstützen den genossenschaftlichen Verbund bei den unterschiedlichsten Themen, und es kommen immer wieder neue Bereiche hinzu.

Frau Kolak, Sie blicken selbst auf eine lange genossenschaftliche Bankkarriere zurück. Wie haben Sie die Entwicklung des DG VERLAGES über die Jahre erlebt?


Kolak: Der DG VERLAG war da für mich in ganz vielen Feldern des Bankgeschäfts immer ein wertvoller Unterstützer. Dabei liegt sein Fokus ja schon sehr lange nicht mehr nur auf dem klassischen Verlagsgeschäft. Vielmehr hat sich der DG VERLAG über die vielen Jahrzehnte als überaus wandlungsfähig erwiesen, immer eng gekoppelt an die wechselnden Anforderungen des Bankgeschäfts. Ein gutes Beispiel dafür ist das jüngst zusammen mit dem Bundesverband der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken (BVR) aus der Taufe gehobene „WegFrei Portal“, bei dem der DG VERLAG als Betreiber fungiert. Aber der DG VERLAG ist auch ein Enabler für die internen Prozesse und Strukturen. So organisiert er etwa mit seinen zahlreichen Fachpublikationen den Know-how-Transfer innerhalb der Genossenschaftlichen FinanzGruppe und seine Veröffentlichungen dürfen in keiner Fachbibliothek fehlen. Da bleibt inhaltlich kaum eine Leerstelle offen. Sowieso: Wenn man sich einmal auf dem zentralen Portal des Verlags genobuy.de umschaut, kann jeder erkennen, wie vielfältig und auf wie vielen unterschiedlichen Ebenen der DG VERLAG unsere 841 Institute unterstützt.

Welche Entwicklung hätten Sie in den vergangenen 100 Jahren gerne mitgestaltet?

 

Erlebach: Die 70er und 80er Jahre waren für den DG VERLAG spannende Zeiten. Das Genossenschaftswesen hat sich damals neu strukturiert, der BVR wurde gegründet und der DG VERLAG wurde zum zentralen Verlagsunternehmen des Verbundes. Diese Zeiten hätte ich gerne erlebt.

Kolak: Spannend war es immer. Darum heißt es ja auch: There’s no time like the present. Aber was im Moment – getrieben durch die Digitalisierung – für Chancen und Möglichkeiten, aber auch Umbrüche und Herausforderungen im Banking vor uns stehen, ist schon einzigartig. Prozesse und Entscheidungen laufen immer schneller und in Echtzeit ab. Entsprechend haben sich die Erwartungen unserer Kunden massiv gewandelt. Sie vergleichen die Leistungen ihrer Bank immer stärker mit Bedienbarkeit und Komfort von bankfremden digitalen Dienstleistungen. Banking muss jederzeit, an jedem Ort und in Echtzeit möglich sein. Meine Bank muss dabei stets und über verschiedene Kanäle erreichbar sein. Welchen Zugangsweg die Kunden letztlich nutzen, möchten diese selbst wählen können. Diesen Anforderungen werden wir mit der Übertragung der genossenschaftlichen Stärken in die digitale Welt im Zuge der Digitalisierungsoffensive gerecht. Die Ausrichtung auf das Omnikanal-Modell und unsere weiteren strategischen Planungen sind eine Chance, den digitalen Wandel aktiv zu gestalten, um auch in den näch ten 100 Jahren unsere Mitglieder zu begeistern und damit dauerhaft beim Kunden relevant zu bleiben.

Welche Eigenschaften brauchen Unternehmen, um zukunftsfähig zu sein?


Erlebach: Entscheidend ist die Wandlungsfähigkeit. Es ändert sich gerade sehr viel im Bankenumfeld – durch die Digitalisierung, durch veränderte Prozesse, durch verstärkte Regulatorik und neue Wettbewerber. Dabei ist es besonders wichtig, dass wir als Dienstleister ständig am Ball bleiben und uns immer wieder mit neuen Themen auseinandersetzen. Das erfordert von uns allen eine hohe Flexibilität, aber auch eine gewisse Neugier und Mut.

Kolak: Eine offene Einstellung gegenüber neuen Einflüssen, eine Kultur des Miteinanders und nicht zuletzt Ideenreichtum und Unternehmergeist gehören für mich dazu. Dann natürlich eine starke Marke, die das Vertrauen ihrer Kunden genießt, sowie ein klarer Wertekompass für das eigene Handeln. All das hat die Genossenschaftliche FinanzGruppe, und darauf können wir zu Recht stolz sein.

Erlebach: Veränderung ist bei uns im DG VERLAG ein wichtiges Thema. Vor etwa zwei Jahren haben wir den neuen Bereich New Business gegründet – das Team entwickelt nicht nur neue Ideen und Formate, sondern ist auch Multiplikator innerhalb unseres Hauses.

Schauen Sie positiv in die Zukunft?


Kolak: Uneingeschränkt ja, sonst wäre ich als Präsidentin des BVR an der falschen Stelle. Ich bin sicher, dass wir gemeinsam mit allen 175.000 motivierten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern sowie engagierten Vorständen und Führungskräften in
der Genossenschaftlichen FinanzGruppe die aktuellen Herausforderungen meistern werden.

Erlebach: Wir haben es in den letzten 100 Jahren immer wieder geschafft, uns zu wandeln und auf neue Situationen zu reagieren. Daher sehen wir uns auch heute gut gerüstet: Wir sind thematisch breit aufgestellt, haben Angebote von Marketing-Plattformen über physische und digitale Karten und Formulare bis hin zum Online-Shop. Unsere Innovationsfähigkeit haben wir insbesondere in den vergangenen Jahren gestärkt und damit eine gute Grundlage für die kommenden Herausforderungen gelegt – das ist natürlich keine Garantie für eine erfolgreiche Zukunft, aber wir sind gut aufgestellt. Deshalb: Ja, ich bin auch sehr zuversichtlich für die Zukunft!

Kolak: Die Genossenschaftliche FinanzGruppe ist eine starke Gemeinschaft, in der sich jeder auf den anderen verlassen kann. So wirtschaften wir sehr erfolgreich sogar schon seit mittlerweile 175 Jahren. Gerade, weil bei uns Tradition und Innovation schon immer Hand in Hand gehen, bin ich mir sicher: Morgen kann kommen.